Der technische Beigeordnete Dr. Achim Ortmanns erläuterte den Mitgliedern des Bauausschusses, wie man die Rutschfestigkeit der Blausteine verbessern kann. Am Friedhof soll es erprobt werden. Foto: Koenigs

Rutschen nach der EU-Norm R11

Von Norbert F. Schuldei | 01.04.2009, 15:31

Hückelhoven. Eigentlich ist alles glasklar, von Gutachtern mit standardisierten Methoden geprüft und qua europaweit gültiger Norm amtlich festgestellt: Die frisch verlegten Platten im neu gestalteten «Wohnzimmer» Hückelhovens, also auf der Parkhofstraße, sind rutschfest. 

Verlegt worden sind Steinplatten vom Typ Belgisch Granit, deren Rutschfestigkeit nach EU-Norm R11 attestiert ist. Das war Stand der Dinge im Herbst letzten Jahres. Dann kam der harte und lange Winter. Und jetzt, da der Frühling sich breit macht, werden die Platten und ihre Rutschfestigkeit zum Politikum.

Weil in diesem kalten und langen Winter mit so einigen Frosttagen nämlich Menschen auf den Platten aus Belgisch Granit, EU-Norm R11, ausgerutscht und böse gefallen sind. Obwohl das Ausrutschen auf den Platten Belgisch Granit, EU-Norm R11, normalerweise nicht möglich ist.

«Lag es wirklich am Plattenbelag oder waren die Stürze eine Folge des harten
Winters?». Das sei die Frage, der man auf den Grund gehen müsse, sagte Bürgermeister Bernd Jansen, als im Bauausschuss am Dienstagabend zum wiederholten Mal über den Plattenbelag diskutiert wurde. «Machen müssten wir eigentlich nichts», sagt Hückelhovens Technischer Beigeordneter Dr. Achim Ortmanns.

Er spielte damit auf die juristische Seite der Stürze von Passanten im Winter an: Es habe Versicherungsfälle gegeben, aber alle Ansprüche seien abgewiesen worden. «Wir machen dennoch was», trotzte Ortmanns. Aber was? Darüber wurde im Ausschuss breit diskutiert. Wobei nach einem Ortstermin im städtischen Bauhof ziemlich klar war, was nicht gemacht wird: Die Platten werden nicht im Sandstrahlverfahren behandelt (erhebliche Veränderung der Oberflächenoptik); nicht im Kugelstrahlverfahren behandelt (noch schlechter kontrollierbar als Sandstrahlen); nicht im chemischen Verfahren behandelt (danach wäre eine Imprägnierung erforderlich); nicht im Flammstrahlverfahren behandelt (extrem aufwändige Schutzmaßnahmen); nicht im Schleifverfahren behandelt (der Belag müsste komplett plan geschliffen werden).

Sondern: Die auf der Parkhofstraße verlegten Steine Belgisch Granit (nach EU-Norm R11) werden - gebürstet. Dabei wird die Oberfläche durch den Einsatz maschineller Drahtbürsten mit unterschiedlichen Riefen versehen. Derart behandelt sollen die Steine rutschfester werden. Noch rutschfester als EU-Norm R11 es vorgibt.

Als «Testrecke» für die (von eigenen Kräften) gebürsteten Platten Belgisch Granit (nach EU-Norm R11) wird der evangelische Friedhof damit bepflastert. Dort will man beobachten, ob sich eine «signifikante Verbesserung der Rutschfestigkeit» (Dr. Ortmanns) ergibt.

Sollte das der Fall sein, wird man ernsthaft überlegen, ob man die bereits verlegten Platten auf der Parkhofstraße ebenfalls «nachbürstet». Das freilich wäre, so Dr. Ortmanns «ein Riesenaufwand». Konkret: 170.000 bis 180.000 Euro müssten dafür kalkuliert werden. Darüber müsste erneut im Ausschuss beraten werden. Obwohl ja nach EU-Norm R11 eigentlich alles glasklar ist.





Dreikönigsrederede

10.1.2008
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Was sich in Deutschlands Parteien  abspielt ist derzeit alle andere als seriös! Die Aussagen die aus Berlin und aus der Wirtschaft kommen sind alles andere als beruhigend.
Schönfärberei ist dort das Zaubermittel. Fauler Zauber!
Bereits 2004 hatten wir eine Veranstaltung unter dem Titel „die Bank der Räuber“.
Wir hatten damals bereits die Machenschaften der Banken an den Pranger gestellt. Und heute haben wir, unter dem Deckmantel der Globalisierung das Desaster.
Bürgschaften für Banken stärken nicht das Vertrauen in die Marktwirtschaft oder haben wir die längst aufgegeben?
Sozialisierter Kapitalismus ist das neue Schlagwort. Aber werfen wir nicht dem schlechten Geld gutes Geld noch hinterher?
Wer redet noch darüber das die Bayrische Hypotheken Bank vor einigen Jahre bereits gerettet werden musste? Heute als Hypo-Real Estate wieder ins schlingern geraten ist. Die Bankenkrise ist kein neues Produkt im Jahr 2008. In den Neunziger Jahren konnten sie Samstag für Samstag in den Gazetten Angebote lesen, wir finanzieren 120 % für ihre Immobilie. Diese Immobilien waren aber nicht einmal 50 % wert. Ganz in der Nähe, in Mönchengladbach-Giesenkirchen stehen solche Immobilien. Als diese leidend wurden, kam es wie es kommen musste,  die Bayrische Hyp. kam ins schlingern. Und jetzt pumpen wir wieder  Geld, diesmal aus Steuermitteln dort hinein. Klartext ! das Geld der Sparer muss gesichert werden, aber nicht von denen , die in der Vergangenheit damit nicht umgehen konnten. Zumindest hier trifft die Steigerung von Bank zu. Bank, Banker, Bankrotteur. Nicht zu sichern sind Risikogeschäfte, weder von Privat noch Städten im Dekafonds!
Der Konkurs gehört zu unserem Wirtschaftssystem wie die Existenzgründung. Nicht dazu gehört der Betrug. Am Ende zahlt die Zeche der Banken und Wirtschaft der Steuerzahler.
Der wirtschaftliche Abschwung hat nichts mit der Bankenkrise zu tun. Sie ist hausgemacht. Unter anderem hat Hartz 4 den Menschen das Geld genommen , das man zum Konsum benötigt.
Und nun zu Hückelhoven!
Im Haushalt 2009 wurde ein Verlust von rund 2,5 Mio. eingeplant. Das ist auf den ersten Blick erschreckend. Aber auch 2008 wurde mit Verlust geplant, am Ende jedoch ist ein satter Gewinn dabei raus gekommen. Ich denke , auch das Jahr 2009 wird glimpflich zu ende gehen. Im gesamten Kontext gesehen kann man nicht von einer Verschlechterung des finanziellen Rahmen ausgehen.
Die Aussage des Kämmerers, bei positiver Entwicklung ist er  der erste, der die Grundsteuer B senken würde. Wenn er dann aber jedes Jahr einen Verlust vorher prognostiziert, hat seine Aussage keinen Wert.
Wir fordern die Senkung der Grundsteuer B.
Diese Senkung würde allen Menschen unserer Stadt direkt zu Gute kommen. Spannen wir doch einmal den Rettungsschirm über unsere Bürgerinnen und Bürger.
Diese haben einen großen Beitrag zur Sanierung des Haushalts geleistet. Dadurch konnte der Haushalt konsolidiert werden. Deshalb ist es aus meiner Sicht notwendig über eine Rückgabe an die Bürgerinnen und Bürger in Form einer Steuersenkung zu reden.
Meine Damen und Herren, 
die wirtschaftliche Entwicklung ist in Hückelhoven positiv. Wenn auch das letzte große Loch in der Parkhofstraße geschlossen ist nimmt die Parkhofstraße Gestalt an. Die sich abzeichnenden Konturen in der Parkhofstraße werden im kommenden Jahr vervollständigt. Dann ist das  Gesamtwerk gelungen.
Meine Damen und Herren,
wir brauchen eine weitere Gesamtschule im Kreis Heinsberg und Hückelhoven bietet sich für eine Einrichtung an. Die in 2008 geführten Diskussionen waren halbherzig. Aber bei den Schulformen hört langsam der Spaß auf, weil es um unsere Kinder und damit um unsere Zukunft geht. Wir vertun eine Chance den Kindern gerechter zu werden.
Ich war überrascht von dem Angebot der CDU einen Workshop einzurichten, und glaubte ein wenig voreilig, es gehe um die Schülerinnen und Schüler unserer Stadt.
Die Gesamtschule in Wassenberg hat einen deutlichen Überhang an nicht berücksichtigten Schülern aus unserem Stadtgebiet.
60 Schüler konnten nicht aufgenommen werden und bedeuten dennoch Zweizügigkeit.
Wenn es richtig ist, dass es sich dabei ausschließlich um Schüler mit Hauptschulempfehlung handelt, ist daraus eine Gesamtschule zu gründen fatal. Die Drittelung sollte schon gewahrt sein.
Aber , auf der anderen Seite erreichen 40 % der Schüler die den Einstieg ins Gymnasium versuchen nicht das Abitur. 28 % der Realschüler nicht den Abschluss. Hier ist ein Potenzial des Abstiegs gegeben. Und wenn ich diese Schülerinnen und Schüler mit den mit den abgelehnten Gesamtschülern verbinde, gelange ich zur Drittelung.
Warum wollen Eltern ihre Kinder zur Gesamtschule schicken?
Es ist in erster Linie die Förderstufe der Klassen 5 und 6 die eine Orientierung als Förderung ermöglichen. Erst mit der 7. Klasse wird innerhalb des  Klassenverbandes  gefordert. Und  das im Auf- und Abstieg innerhalb des Klassenverbandes und erst nach der 10. wird nach dem Leistungsprinzip das Abitur angestrebt. Die Durchlässigkeit ist jederzeit gewährleistet. Anders beim Dreigliedrigen Schulsystem.
Hier geht es nur um Abstieg. Eine mittlere Reife auf der Hauptschule ist in der Wertigkeit dem Hauptschulabschluss gleichzusetzen, zumindest bei der Lehrstellensuche, so eine neue Studie.
Mein Antrag, die Verwaltung möge prüfen, ob eine Förderstufe in Hückelhoven eingerichtet werden kann, auch beim Dreigliedrigen Schulsystem und ob es nicht möglich ist, die Durchlässigkeit auch nach oben von Haupt- auf Realschule, und von der Realschule zum Gymnasium herzustellen, wurde auf breiter Front abgelehnt. Die Pisastudie und der UN-Bildungskommissar kommen immer wieder zu dem Ergebnis, das das Dreigliedrige Schulsystem , wie es weitestgehend und in Hückelhoven vorherrscht, den Kindern mehr schadet als nützt.
Genau so viel Sorge bereiten mir die Kostensteigerungen bei der Sanierung unserer Schulzentren. Die Kosten haben sich um 2,5 Mio. erhöht, bei einer Verringerung um 10 Klassenräume.
Alle im Rat, bis auf wir , haben bei der Schulzielplanung geschlafen! Ich hatte bei der Beratung bereits angemerkt, dass wir sinkende Kinderzahlen haben, und somit nicht so viele Klassenräume benötigen. Aber das Schulamt sprach vom Göttinger Modell und kümmerte sich nicht um den tatsächlichen Kinderbestand.
Und ich habe auch die Alternativen zur Schulbaufinanzierung aufgezeigt. Wen hatten wir nicht alles zu Diskussionsrunden eingeladen. Alle waren gekommen , auch Vertreter der CDU. Aber gelernt hatten sie dabei nichts.
Bei einer absoluten Mehrheit egal von welcher Seite , darf man diskutieren , aber nichts ausrichten. Wir lassen unsere Kinder über Jahre auf Baustellen unterrichten, anstatt aus einem Guss neu zu bauen.
Es ist mir egal, wer auf der CDU-Seite im Rat nach der Wahl sitzt, Hauptsache ist aber, die CDU hat nicht mehr die absolute Mehrheit im Rat.
Beliebigkeit von Ratsbeschlüssen zeigt sich insbesondere am kleinen Einkaufszentrum an der Rheinstraße. Zuerst fasste der Rat einen Änderungsbeschluss um Spielhallen in der Stadt zu verhindern, und ehe der Hahn dreimal gekräht hat, änderte die Mehrheit mit SPD Stimmen die Meinung und stimmten einem Investor zu, der dort eine Spielhalle errichten will. Haben die Schuldnerberatungsstellen nicht schon genug zu tun? Müssen wir nicht die Menschen schützen? Fürsorgepflicht des Staates ein leeres Wort?
Noch so ein Projekt, das von der absoluten Mehrheit durch gepaukt wurde. Der Naturlehrpfad Romersmühle. Ich habe mit Engelszungen genau das argumentiert, was heute eingetreten ist. Jetzt kommt von der absoluten Mehrheit der Vorschlag: Den Naturlehrpfad lassen wir verschwinden. 25000 Euro hat dem Steuerzahler diese Machwerk gekosten. 15000 Euro haben wir als Zuschuss vom Land erhalten. 10 Jahre Zweckbindung! Ansonsten muss der Zuschuss zurückgezahlt werden. Steuergeldverschwendung dank einer absoluten Mehrheit im Rat. Mein Vorschlag im Rat , jetzt gar nichts mehr machen und warten bis das Jahr 2013 vorbei ist dann entstehen keine Kosten und wir müssen die Zuschüsse nicht zurückzahlen. Wir waren die einzigen die diesen Unsinn abgelehnt haben. Vandalismus ist ein Thema in unserer Stadt. Nicht nur an Romersmühle, auch die Millicher Halde und die Spielplätze sind davon betroffen. Wie lange können wir noch die Augen davor verschließen.  Zum Spielplatz in Ratheim haben wir eine Anfrage nach den Kosten durch Vandalismus im Rat gestellt , aber keine Antwort erhalten. Ich bin zwar nicht grundsätzlich gegen eine Grillhütte am Adolfosee. Aber sie liegt einsam und weit ab und für weitere Kosten durch Vandalismus ist kein Geld im Stadtsäckel mehr vorhanden. Ich möchte diesen Aspekt in die Diskussionen der kommenden Wochen bevor wir bauen einbringen.
Die Sportstätten müssen wir dringend im Auge behalten. Vor Jahresfrist hat der Rat eine Reparatur der Laufbahn im Glück-Sauf-Stadion beschlossen. Nichts ist geschehen. Der Rat hat eine Kehrmaschine beschlossen, sogar per Dringlichkeit, diese ist aber im Stadion bis heute nicht zum Einsatz gekommen. Jetzt ist die Laufbahn so weit geschädigt, dass ich davon ausgehe, dass Sie im Frühjahr nicht mehr zu reparieren ist. Der Kunststoff bricht auf, an einigen Stellen sind die Nähte mehr als einen cm auseinander, die Kunststoffbahn wird grün! Wir können das, wenn der Schnee geschmolzen ist, beim vorbeifahren vom Landabsatz aus sehen. Seit 5 Jahren wird bemängelt, dass vom Aschenplatz  die Asche auf der Laufbahn verteilt wird. Keine Abhilfe durch das Sportamt.
Das  Problem für den  Rat ist, im Vorjahr hätte eine Reparatur bis 60000 Euro gekostet, wenn der Winter vorbei ist kann es passieren, dass die Bahn für 300000 Euro erneuert werden muß!
Wir brauchen ein Sportamt in der Stadt und keinen Ansprechpartner im Schulamt .  Das spart Geld. Im übrigen bin ich der Meinung , dass wir bundesweit einen neuen Goldenen Plan zum Sportstättenbau benötigen! Wer sich wundert, dass das kleine Land Belgien, in der Leichtathletik bei den Olympischen Spielen besser abgeschnitten hat , als das große Deutschland, sollte sich einmal die Sportstätten in Belgien ansehen. Im Umkreis von 40 km von Genk gibt es 12 Stadien mit Kunststoffanlagen für Leichtathletik , und im übrigen für den Fußball auch immer mehr Kunstrasenplätze. Die Vereine dort  hatten dort in den letzten 5 Jahren einen Zuwachs von 50 %. Noch ein Wort zu unseren Schulen im Bereich Sport: Wir leisten es uns. dass im nachmittags Unterricht der Grundschulen die Rückenschule, wichtiger ist, als präventiver Sport.
Der  Sportbericht der Bundesregierung ist doch wohl eindeutig? 
Mehr präventiver Sport wird dringend von Nöten gehalten.
Ist die Schule überhaupt noch der richtige Ort für Sportunterricht. Nur Fußball oder Ausfälle sind kein gutes Vorbild an unseren Schulen.
Meinem Antrag zum Ausbau eines Radweges an der L117 zwischen Baal und Lövenich wurde zwar 2005 entsprochen, Jetzt wird er endlich gebaut! Von Jahr zu Jahr wurde diese dringende Maßnahme vertröstet. Bei der L 117 Umgehung Ratheim und Millich wurden unsere Vorschläge zwar aufgegriffen, aber getan wurde nichts, obwohl der Kämmerer 2006 , während meiner Haushaltsrede dazwischen rief, „ in diesem Jahr wird noch gebaut.“ Ich hoffe, dass mit dem Konjunkturpaket diese Straße endlich gebaut wird.
Zur Sicherheit der Fahrradbesitzer sollte am Freibad Brachelen ein bewachter Fahrradstand privatisiert eingerichtet werden. Beschlossen unser Antrag, nichts passiert. werden soll. Die absolute Mehrheit muss weg. 10 Jahre sind genug.
Stärken wir die Rechte unserer Kinder und nicht des Staates in Familie, Kindergärten, Schule und Ausbildung.
Hückelhoven braucht die UWG, die UWG braucht die Bürgerinnen und Bürger .
Die absolute Mehrheit der CDU muss weg, die SPD zerfleischt sich selbst, die Bürgerpartei zerbröselt, die Grünen leisten das was sie können und die FDP hat so viel mit sich selbst zu tun, dass wir sie auch in den kommenden fünf Jahren noch im Untergrund lassen sollten, Lügen haben nur noch wenige Mitglieder in Hückelhoven.
Schaffen wir eine altengerechte Stadt. Altengerechte Wohnungen und Wohngemeinschaften außerhalb von Seniorenheimen. Die Alten können und wollen sich im wesentlichen selbst verwalten.
Halten wir aber auch die privaten Immobilienleerstände im Auge. Investieren wir in eine zukunftsgerechte Städteplanung.
Gehen wir auf die Bedürfnisse der Menschen ein und wir werden unser Wahlziel erreichen, mit 5 UWGlern in den Rat ein zu ziehen.
 
Hans Fischer